Spiel verloren

TIGERS schlagen sich wacker gegen den Tabellenführer

Handball, 2. Bundesliga, Frauen:  VfL Waiblingen – SV Union Halle-Neustadt 28:35

Auch wenn es erwartungsgemäß keine Punkte für die TIGER Girls gegen den Zweitliga-Tabellenführer SV Union Halle-Neustadt gab, überwogen bei den Waiblingerinnen nach der 28:35-Niederlage (15:17) die zufriedenen Gesichter. Denn vor allem mit der starken Leistung im ersten Durchgang hat der VfL die vor der Partie anvisierten Ziele erreicht: Zum einen wurde das Endergebnis in Grenzen gehalten, zum anderen sah der TIGERS-Coach Klaus Hüppchen im Auftritt seiner Mannschaft „sehr viel Ordentliches und viel Kampfbereitschaft bis zur letzten Minute“.

Beide Mannschaften legten vor den rund 325 Zuschauern im Tiger-Käfig Rundsporthalle einen flotten Auftakt hin. Der erwarteten Offensivpower der Gäste begegnete die VfL-Abwehr mit viel Einsatz, und auch die beiden TIGERS-Torhüterinnen Sarah Thomsen und Antonia Thurner überzeugten mit zahlreichen Paraden. Im eigenen Angriff fanden die TIGERS mit Geduld und viel Druck auf die Schnittstellen der SV-Abwehr gute Lösungen, auch wenn dabei einige unnötige Ballverluste eingestreut wurden. In der 8. Minute traf die VfL-Kreisläuferin Kimberly Gisa zur überraschenden 6:4-Führung des Gastgebers. Die Wildcats hatten sich die Aufgabe beim Tabellendreizehnten wohl einfacher vorgestellt und zogen das ohnehin schon hohe Tempo noch mehr an. Doch auch nach dem Treffer von Tina Wagenlader zur 12:9-Führung für den SV Union (17. Minute), ließen sich die TIGERS nicht überrennen und kämpften sich wieder auf 12:13 heran. Mit dem Pausenstand von 15:17 schwang bei den Waiblinger Anhängern sogar noch ein Funken Hoffnung auf eine Überraschung mit.

Die schwand zwar recht schnell nach dem Wiederanpfiff, denn mit seinem „irren“ Tempohandball und angetrieben von der Ex-Waiblingerin Lea Gruber sowie der besten Torschützin des Abends, Laura Penzes (9/4), zog Halle-Neustadt neun Minuten nach dem Wiederanpfiff auf 23:17 davon.

Doch das befürchtete Debakel für die Tigers blieb aus. Nicht weil die Gäste nachließen, sondern weil der VfL unverdrossen kämpfte und Sarah Thomsen im Waiblinger Kasten weitere Paraden zeigte. Nicht den allerbesten Abend erwischte, zumindest aus Waiblinger Sicht, das Schiedsrichtergespann. „Da wurden vergleichbare Situationen auf beiden Seiten unterschiedlich bewertet, und das eher zu unseren Ungunsten“, meinte Klaus Hüppchen nach Spielende. Der VfL-Trainer stellte aber auch klar, dass dies nicht entscheidend für den Spielausgang war. Nach 46 Minuten war beim 20:29 der höchste Trefferabstand zwischen den Teams erreicht, und es drohte trotz der bis dahin starken Leistung der TIGERS, doch noch Ähnliches wie beim Hinspielergebnis (22:36). Aber dagegen stemmte sich das VfL-Team erfolgreich: Mit dem 28:35 konnten alle Waiblinger Anhänger gut leben, so auch der TIGERS-Vorstandssprecher Rolf Klingler: „Diesen Endstand hätte ich vor dem Spiel sofort unterschrieben.“

Die TIGER Girls haben nun zwei Wochenenden spielfrei, dann geht es in das letzte Saisondrittel im Kampf um den Klassenerhalt. Der startet für Waiblingen am 15. März mit dem Auswärtsspiel beim 1. FSV Mainz 05. Trotz dem verdienten Lob für die guten Leistungen gegen den Tabellenzweiten HC Rödertal vor zwei Wochen und nun gegen den designierten Erstligaaufsteiger Halle-Neustadt ist aber auch klar, dass das VfL-Team diese Leistungen nun auch gegen die in der Tabelle tiefer platzierten Teams abrufen muss, um die notwendigen Punkte einzusammeln.

VfL Waiblingen: Sarah Nørregaard Thomsen, Antonia Thurner, Vivienne Hildebrandt, Isabel Toth (2), Belen Gettwart (6/4), Isabel Kattner (3), Lena Klingler (1), Samira Brand (1), Annika Walz, Lotta Gerstweiler (3), Kimberly Gisa (2), Laura Nagy (4), Maxime Luber (3), Maren Keil (3).

SV Union Halle-Neustadt: Sará Suba, Lara Lepschi (1); Madeleine Östlund (5), Tina Wagenlader (1), Jenny Illge, Emma Hertha (4), Lea Gruber (5), Tabea Wipper, Lilli Röpcke (2), Cara Reuthal (5), Laura Penzes (9/4), Ilona Kieffer (1), Hannah Wilke (1), Lucy Strauchmann (1).

Bericht: Frank Moser
Fotos: Heiko Potthoff | starkebilder.de