Tigers-vs-KupfalzBären

TIGER Girls bärenstark gegen die Kurpfalz Bären: Klarer 34:25-Sieg

Handball, 2. Bundesliga, Frauen: VfL Waiblingen – Kurpfalz Bären 34:25 

Es war der erhoffte Befreiungsschlag: Nach der Trennung vom bisherigen Trainer Aleksandar Knezevic hatte Interimscoach Ulf Hummel und sein Betreuerstab die TIGER Girls in der wichtigen Partie gegen den Tabellennachbarn Kurpfalz Bären perfekt eingestellt und offensichtlich auch Handbremsen gelöst. Aus einer bärenstarken Abwehr heraus brannten die TIGERS ein Feuerwerk ab und stutzten den Bären vor fast 600 begeisterten Zuschauern in der Rundsporthalle schon bis zur Halbzeit (18:8) die Klauen. 

Beide Teams benötigten erst eine mehrminütige Anlaufphase, die Nervosität war auf beiden Seiten spür- und sichtbar. Doch die TIGER Girls stellten in der Abwehr ein nahezu unüberwindbares Bollwerk, zudem erwischte Celina Meißner einmal mehr einen sehr guten Abend. Trotz einiger ausgelassener Chancen führten die TIGERS nach acht Minuten mit 3:0. Nur einmal noch in der Partie sollten die Gäste wieder auf Tuchfühlung kommen, als ihre sichere Strafwurfschützin Mireia Torras Parera zum 3:4 traf. Doch dann löste sich der Knoten in der Waiblinger Offensive endgültig.  

Dass bei den TIGERS Lena Klingler und Lea Grießer kurzfristig für die Begegnung ausfielen, kompensierten die verbliebenen acht Spielerinnen des Stammkaders hervorragend. Variabel in der Spielanlage, gefährlich von allen Positionen und mit großem Kampfgeist in der Abwehr – die Kurpfalz Bären fanden keinerlei Mittel gegen die wie ausgewechselt auftretende TIGERS-Mannschaft. Der VfL zog Tor um Tor davon. Als die aus dem Württembergliga-Team aufgerückte Lara Kuhn in der 27. Minute mit einem Rückraumkracher einen erfolgreichen Einstand feierte, führte der VfL bereits mit 15:6. Gästetrainerin Franziska Steil hatte zuvor schon mit zwei Auszeiten vergeblich versucht, den Waiblinger Lauf zu stoppen. Mit dem 18:8-Halbzeitstand führten die TIGERS nicht nur überraschend hoch, sondern ebenso verdient bereits mit zehn Toren Vorsprung. 

Nach dem Wiederanpfiff kamen die Kurpfalz Bären etwas besser ins Spiel, doch nach einer kurzen Durststrecke zündete die TIGERS-Offensive wieder den Turbo. Aus der durchweg geschlossenen Mannschaftsleistung ragte vor allem Kimberly Gisa heraus. Nicht nur, dass die 20-Jährige der Abwehr eine hohe Stabilität gab – im Angriff wurde die Kreisläuferin immer wieder gut von ihren Mitspielerinnen eingesetzt. Mit viel Willen und großer Durchschlagskraft wurde Kim am Ende mit zehn Treffern beste Torschützin der Begegnung. 

Die TIGERS bauten die Führung bis zur 52. Minute auf 33:19 aus. Mit der Gewissheit, dass hier nichts mehr anbrennen wird, gab VfL-Interimstrainer Ulf Hummel den weiteren aus dem Württembergliga-Team aufgerückten TIGER-Girls – Annika Walz, Anica Müller und Lara Beilschmied – noch einige Minuten Einsatzzeit. Da störte es auch weder das befreit jubelnde TIGERS-Team noch die in der Schlussminute und nach dem Spielende stehend applaudierenden VfL-Anhänger, dass die Kurpfalz Bären noch etwas Ergebniskosmetik betreiben konnten. 

Der VfL hat mit dem 34:25-Erfolg einen sehr positiven Jahresauftakt hingelegt. Trotz der souveränen Art und Weise, wie dieser Sieg herausgespielt wurde, ist es erst ein erster Zwischenschritt zum Ziel, sich sukzessive von der Abstiegszone zu entfernen. Denn der Blick auf die Ergebnisse vom Wochenende, an dem beispielsweise der Tabellenletzte HCD Gröbenzell beim Spitzenreiter Werder Bremen gewann, zeigt einmal mehr, dass in der 2. Bundesliga nahezu jeder jeden bezwingen kann. 

Ab Montag übernimmt dann der neue Waiblinger Chefcoach Hans Henrik Christens das Ruder bei den TIGER Girls. Interimscoach Ulf Hummel und sein Betreuerstab übergeben dem Dänen ein wieder erwachtes und mit neuem Selbstvertrauen ausgestattetes Team, für das dann in zwei Wochen das schwere Auswärtsspiel beim aktuellen Tabellendritten HC Rödertal ansteht.  

VfL Waiblingen:  

Svenja Wunsch, Celina Meißner; 

Vanessa Nagler (3), Magdalena Probst (7/3), Annika Walz, Matilda Ehlert (5), Samira Brand (4), Lara Beilschmied, Kimberly Gisa (10), Leonie Henkel (2), Anica Müller, Lara Kuhn (1), Maxime Luber (2), Julia Herbst. 

Kurpfalz Bären: 

Johanna Wiethoff, Katrin Ruttinger; 

Svenja Mann (5), Sara Goudarzi (2), Katja Hinzmann (1), Gianina Bianco, Ina Scheffler (4), Mireia Torras Parera (7/5), Vivinae Schranz (2), Lena Sophie Stitzel (1), Rebecca Engelhardt (3), Katharina Hufschmidt. 

Bericht: Frank Moser
Fotos: Heiko Potthoff | starkebilder.de